Unterstützung bei der bodendenkmalpflegerischen Vorsorge im Kontext von Bauvorhaben und Umwelteinflüssen

Die heutigen Landschaften wurden und werden durch natürliche Prozesse und anthropogene Eingriffe kontinuierlich verändert. Boden- und Geländedenkmäler werden durch Bodenerosion,  Ablagerung von Sedimenten in Senken und Talauen, Ufererosion, Landwirtschaft, Hangrutschungen, künstliche Aufschüttungen und Bodenaushübe verlagert, überdeckt oder zerstört.

GEOarch

  • -> berät bei geowissenschaftlichen Fragen zur lokalen und regionalen Befundsituation (Vorkommen, Verbreitung, Erhaltung und Lage)
  • -> führt wissenschaftlich fundierte Geländeuntersuchungen und innovative GIS-gestützte Landschaftsmodellierungen durch
  • -> bewertet das Gefährdungsrisiko bekannter und unbekannter Boden- und Geländedenkmäler durch Bauvorhaben und Umwelteinflüsse

Diese Grundlagen erweitern die Handlungsmöglichkeiten im Kulturgüterschutz, da

  • -> potenzielle Zerstörungen verborgener Boden- und Geländedenkmäler besser eingeschätzt werden können
  • -> notwendige Schutz- oder Sicherungsmaßnahmen frühzeitig planbar und somit leichter durchführbar sind
  • -> das Risiko von Konflikten und zeitlichen Verzögerungen bei Bauvorhaben reduziert wird

Mit einem archäologischen Risikoassessment können Sie besser planen und effizienter Projekte durchführen.
Sie vermeiden zusätzliche finanzielle Belastungen und Stress.

Beispiele

Die Freilegung, Umlagerung, Überdeckung und Zerstörung von Kulturschichten durch Bodenerosion ist ein Prozess, der auf landwirtschaftlich genutzten Flächen bereits seit vielen Jahrtausenden stattfindet.

Durch den Bodenabtrag durch Wasser, Wind oder Pflug werden die ursprünglichen Böden mit ihren Kulturschichten vielerorts freigelegt und zerstört. Auf den betroffen Standorten lassen sich nur noch Reste von Keramik an der Geländeoberfläche finden.

Diese Funde sind meist nur noch schwer archäologisch verwertbar, da die Befundsituationen zerstört wurden. Oft ist auf der Grundlage von Begehungen nicht alleine ersichtlich, ob es sich bei dem Material um Reste freigelegter bzw. umgelagerter Kulturschichten handelt.

Erodierte Geländeoberfläche mit schlechter Befunderhaltung


An diesem Standort waren trotz zahlreicher Keramikfunde an der Geländeoberfläche nur noch wenige Reste ehemaliger Siedlungsgruben aus der Römischen Kaiserzeit erhalten. Der größte Teil der Gruben wurde durch Bodenerosion zerstört. (c) Foto: M. Dotterweich

Bei Regenereignissen wird das Material von der Bodenoberfläche gelöst und hangabwärts gespült. Betroffen sind alle geneigten Standorte, bei denen die natürliche Vegetation im Zuge der Landnutzung zeitweise oder dauerhaft entfernt wurde. Das erodierte Material lagert sich als Kolluvium und Auensediment in den Senken statt. diese befinden sich vorwiegend an den Unterhängen bzw. entlang der Talauen. Auch in relativ flach geneigten Landschaften oder auf Plateaus findet Bodenerosion statt.

Bei einer archäologischen Prospektion ist oft auf den ersten Blick nicht erkennbar, ob die archäologischen Funde an der Oberfläche oder im Boden ein Relikt aus einer lokal vorhandenen Kulturschicht ist, oder ob es sich um umgelagertes Material durch Bodenerosion handelt.

Sedimente auf einem Schwemmfächer mit inverser Altersabfolge der Funde


An diesem Standort wurden im Bereich der Grabungsfläche zahlreiche Keramikbruchstücke gefunden. Befunde wie Siedlungsgruben oder Pfostenstandspuren fehlten. Außerdem lagen Schichten mit älteren Funden über Schichten mit jüngeren Funden. Diese Situation ist ein Ergebnis umgelagerter Kulturschichten durch Bodenerosion.  (c) Foto: M. Dotterweich

Beim Prozess der Bodenerosion können die korrelaten Kolluvien oder Auensedimente Kulturschichten bis zu mehrere Meter überdecken. Diese sind dann bei der archäologischen Oberflächenbegehungen nicht mehr erkennbar.

Mit Kolluvien überdeckte spätmittelalterliche Kulturschicht


Kolluvien überdecken hier spätmittelalterlicher Siedlungsgruben. An der Geländeoberfläche sind kaum Funde vorhanden obwohl sich darunter eine gut erhaltene Kulturschicht befindet.  (c) Foto: M. Dotterweich

 

Mit Auen- und Schwemmfächersedimenten überdeckte römerzeitliche Mauer


Kolluvien überdecken einen römerzeitlichen Mauerrest. An der Geländeoberfläche ist fundleer obwohl sich darunter eine gut erhaltene Kulturschicht befindet. Schotterlagen in den Kolluvien maskieren die darunterliegenden Mauerreste bei geophysikalischen Prospektionen  (c) Foto: M. Dotterweich

 

Der hohe Steingehalt in einen Schwemmfächer maskiert teilweise eine römerzeitliche Steinstruktur im Georadar


Kolluvien überdecken hier eine römerzeitliche Steinstruktur. Im nördlichen Bereich sind die Kolluvien mit  Schotterlagen durchsetzt. Diese maskieren bei einer geophysikalischen Prospektion die Steinstruktur  (c) Abbildung: M. Dotterweich; Daten: ZAMG Wien

In vielen offenen Landschaften spielt kann die Winderosion eine große Rolle spielen. Der Boden wird von der Oberfläche gelöst und oft über viele Kilometer transportiert. Die Sedimente können bei der Ablagerung als Dünen oft mehrere Meter mächtig werden. Boden- und Geländedenkmäler werden überdeckt und sind bei einer archäologischen Prospektion schwer erkennbar.

Eine Sanddüne überdeckt ein Wölbackersystem


Frühere Wölbackerstrukturen und Kulturschichten wurden im linken Bereich mit bis zu 1,5 m mächtigen Dünen überdeckt. An der Geländeoberfläche sind keine Funde vorhanden obwohl sich darunter eine gut erhaltene Kulturschicht befindet.  (c) Foto: M. Dotterweich

GEOarch unterstützt Sie bereits vor einer archäologischen Grabung bei der Beurteilung der Befunderhaltung durch Bodenerosion und andere Umwelteinflüsse. Dieses Wissen erweitert Ihre Handlungsmöglichkeiten bei der Abschätzung möglicher Gefährdungen unbekannter bzw. potentieller Bodendenkmäler. Notwendige Rettungsgrabungen oder Sicherungsmaßnahmen können besser geplant und effizienter umgesetzt werden.

Go to top